Wenn der Sommer langsam in den Herbst übergeht, beginnt eine ganz besondere Zeit in der Kräuterwelt: Die Brennnesseln tragen ihre Samen.
Die kleinen Samenstände wirken auf den ersten Blick eher unscheinbar – und doch steckt in ihnen die ganze Kraft für eine neue Pflanzengeneration.
Genau diese Symbolik macht die Brenn-nesselsamen zu einer spannenden Begleiterin für den Skorpion-Mond.
Der Skorpion steht in der Astrologie für Tiefe, Wandlung, Regeneration, innere Stärke und das Verborgene. Er erinnert uns daran, genauer hinzuschauen und auch dort einen Schatz zu entdecken, wo wir ihn zunächst vielleicht gar nicht vermuten.
Und wer hätte gedacht, dass ausgerechnet die Brennnessel einen solchen kleinen Schatz für uns bereithält?
Der Skorpion wird in der modernen Astrologie Pluto und traditionell Mars zugeordnet.
Seine Energie führt uns unter die Oberfläche. Sie steht symbolisch für:
Auch die Brennnessel trägt etwas Wehrhaftes und Kraftvolles in sich. Ihre Brennhaare schützen sie, während sich zwischen ihren Blättern im Spätsommer unzählige kleine Samen verbergen. Die Samen wiederum stehen sinnbildlich für Lebenskraft, Neubeginn und das Potenzial, das bereits im Verborgenen auf seine Zeit wartet. Eine wunderschöne Symbolik für den Skorpion-Mond.
Ende August und Anfang September ist vielerorts eine wunderbare Zeit, um nach Brennnesselsamen Ausschau zu halten.
Je nach Standort und Witterung können die Samen bereits früher im Sommer erscheinen und bis in den Herbst hinein geerntet werden. Brennnesseln findest du häufig:
Sammle möglichst nur an sauberen, unbelasteten Standorten – nicht unmittelbar an stark befahrenen Straßen, intensiv bewirtschafteten Flächen oder beliebten Hundewegen. Und natürlich gilt beim Wildsammeln immer: Nur Pflanzen ernten, die du sicher bestimmen kannst.
Für die Küche sind vor allem die Samenstände der weiblichen Großen Brennnessel (Urtica dioica) interessant.
Die weiblichen Samenstände werden mit zunehmender Reife schwerer und hängen häufig in kleinen Büscheln nach unten. Reife Samen können grünlich bis bräunlich erscheinen. Die männlichen Blütenstände wirken meist aufrechter und luftiger und bilden keine Samen.
Am besten gehst du an einem trockenen Vormittag sammeln, wenn der Tau vollständig verschwunden ist.
Da auch ältere Brennnesseln noch brennen können, sind Handschuhe sehr hilfreich.
Gartenhandschuhe*
eine Schere* oder Kräutermesser*
einen Korb* oder Stoffbeutel
Schneide die oberen Pflanzenteile mit gut entwickelten Samenständen vorsichtig ab und lege sie locker in deinen Korb.
Zu Hause kannst du die Samenstände weiterverarbeiten.
Breite die geernteten Pflanzenteile locker auf einem sauberen Tuch, Papier oder einem Trockengitter aus.
Lasse sie an einem luftigen, trockenen und schattigen Ort vollständig trocknen. Anschließend kannst du die Samenstände zwischen den Fingern oder über einem Sieb vorsichtig abrebeln. Die getrockneten Samen anschließend in einem sauberen, trockenen und gut verschließbaren Glas dunkel aufbewahren.
Die kleinen Samen sind erstaunlich vielseitig und lassen sich unkompliziert in die Küche integrieren.
Zum Beispiel als:
Topping für Salate und Bowls
Zugabe zu Müsli oder Joghurt
Brennnesselsamen-Kräutersalz
Kräuterbutter mit Brennnesselsamen
Zutat für Brot und Brötchen
Brennnesselsamen-Kräuterhonig
Ergänzung für Kräuterpesto
würziges Topping für Suppen und Gemüsegerichte
So wird aus einer Pflanze, die viele nur als lästiges „Unkraut“ kennen, plötzlich eine spannende Zutat für die saisonale Kräuterküche.
Brennnesselsamen werden traditionell als nährstoffreiche Ergänzung der Ernährung geschätzt. Sie enthalten unter anderem pflanzliches Eiweiß, Fettsäuren und verschiedene Mineralstoffe. In der traditionellen Kräuterkunde werden sie häufig mit Vitalität und Kräftigung in Verbindung gebracht. Dabei gilt: Kräuter sind Lebensmittel und traditionelle Naturprodukte – keine Arzneimittel und kein Ersatz für eine medizinische Behandlung.
Nimm einige Brennnesselsamen in deine Hand und betrachte sie bewusst.
In jedem dieser winzigen Samen steckt das Potenzial für eine neue Pflanze.
Frage dich: Was möchte ich hinter mir lassen?
Welche verborgene Kraft möchte jetzt in mir wachsen?
Vielleicht gibt es etwas in deinem Leben, das sich verändern darf – nicht laut und plötzlich, sondern ganz still, wie ein Samen, der bereits auf seinen richtigen Moment wartet.
Der Skorpion-Mond erinnert uns daran, dass Veränderung häufig im Verborgenen beginnt.
Nicht alles, was wächst, ist sofort sichtbar. Die Brennnesselsamen können uns symbolisch daran erinnern, unserer eigenen inneren Kraft zu vertrauen und Altes loszulassen, damit etwas Neues entstehen kann.
„Ich vertraue meiner inneren Kraft. Ich lasse los, was gehen darf, und öffne mich für Wandlung und Neubeginn.“
Wenn du Brennnesselsamen zum ersten Mal sammelst, beginne mit einer kleinen Menge. Schon wenige Pflanzen liefern erstaunlich viele Samen.
In den nächsten Beiträgen zeige ich dir, wie du die Brennnesselsamen ganz praktisch verwenden kannst – zum Beispiel für Kräutersalz, Kräuterbutter, Brot und weitere Ideen aus der Kräuterküche.
Und natürlich darf auch ein passendes Mondküchen-Rezept zum Skorpion-Mond nicht fehlen.
Ein würziges Spätsommergericht, bei dem die Brennnesselsamen die Hauptrolle spielen. Leicht angeröstet entwickeln sie ein angenehm nussiges Aroma und lassen sich wunderbar zu einem grünen Pesto verarbeiten.
Für die Pasta
200–250 g Pasta
etwas Parmesan zum Servieren
1 EL Brennnesselsamen zum Bestreuen
Für das Brennnesselsamen-Pesto
3 EL getrocknete Brennnesselsamen
1 große Handvoll frisches Basilikum
1 kleine Handvoll Petersilie
30 g Walnüsse oder Sonnenblumenkerne
40 g frisch geriebener Parmesan
1 kleine Knoblauchzehe
ca. 70–80 ml Olivenöl
1–2 TL Zitronensaft
Salz & Pfeffer
1. Brennnesselsamen rösten
Die Brennnesselsamen ohne Öl bei niedriger bis mittlerer Hitze kurz in einer Pfanne anrösten. Dabei immer wieder bewegen und darauf achten, dass sie nicht verbrennen. Anschließend abkühlen
lassen.
2. Pesto zubereiten
Etwa 3 EL der gerösteten Samen zusammen mit Basilikum, Petersilie, Walnüssen, Parmesan und Knoblauch in einen Mixer oder Multizerkleinerer geben. Olivenöl nach und nach hinzufügen und alles zu einem
cremigen Pesto verarbeiten.
Mit Zitronensaft, Salz und Pfeffer abschmecken.
3. Pasta kochen
Die Pasta bissfest garen. Vor dem Abgießen etwa ½ Tasse Nudelwasser auffangen.
4. Alles verbinden
Pasta zurück in den Topf geben und das Pesto unterheben. Etwas Nudelwasser dazugeben, bis das Pesto die Nudeln schön cremig umhüllt.
5. Anrichten
Mit frisch geriebenem Parmesan und einigen gerösteten Brennnesselsamen bestreuen.
Ein kleiner Multizerkleinerer eignet sich für diese Pesto-Menge besonders gut. Die Brennnesselsamen und Kräuter werden darin gleichmäßig zerkleinert, ohne dass du unnötig viel Öl benötigst.
Ohne Mixer: Das Pesto lässt sich auch traditionell im Mörser herstellen – das dauert etwas länger, ergibt aber eine schön rustikale Konsistenz.
Röste die Brennnesselsamen nur sanft und kurz. So bekommen sie ein feines nussiges Aroma, ohne bitter zu werden. Verwende ausschließlich selbst gesammelte Samen, wenn du die Brennnessel sicher bestimmen kannst und an einem unbelasteten Standort gesammelt hast.
Der Skorpion steht astrologisch für Wandlung, Tiefe und die Kraft, die im Verborgenen liegt. Die winzigen Brennnesselsamen tragen bereits das Potenzial einer neuen Pflanze in sich. Auch beim Pesto geschieht eine kleine Transformation: Aus einzelnen Kräutern, Samen und weiteren Zutaten entsteht etwas vollkommen Neues. Ein schönes Sinnbild für die Energie des Skorpion-Mondes.
Während du das Pesto zubereitest, frage dich:
Was darf ich loslassen oder verändern, damit etwas Neues entstehen kann?
„Ich vertraue der Kraft der Veränderung und öffne mich für das Neue, das daraus entstehen darf.“
Brennnesselsamen-Kräuterbutter
Eine würzige Kräuterbutter mit leicht nussigen Brennnesselsamen – lecker zu frischem Brot, Ofenkartoffeln oder gegrilltem Gemüse.
Zutaten
Brennnesselsamen in einer trockenen Pfanne kurz und sanft anrösten und abkühlen lassen. Anschließend mit der weichen Butter, den gehackten Kräutern und dem Zitronensaft vermengen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Die Butter auf Backpapier geben, zu einer Rolle formen und für mindestens 1 Stunde im Kühlschrank fest werden lassen.
Tipp: Einige Brennnesselsamen erst ganz zum Schluss unterheben – so bleiben sie sichtbar und geben der Butter etwas mehr Struktur.
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